Gewonnene Bandcontests, Airplay auf 1Live, zwei produzierte EPs, Deutschlandtournee. Was Lights Out in den letzten 2 Jahren geschafft haben, ist beachtlich, doch den Jungs aus Aachen wurde nichts geschenkt. Ihr zweites Album, sowie ihre Deutschlandtour haben sie komplett selber finanziert. Mit einem klaren Ziel vor Augen und unendlich viel Spaß an der Sache, erobert das Duo die Herzen der Fans wie im Sturm.

Ihr habt Bandcontests gewonnen, zwei EPs herausgebracht, saßt schon bei 1Live im Studio und seid auf Deutschlandtournee. Es ist nicht so als bräuchtet ihr The Foxhead Sessions als Sprungbrett oder als hättet ihr noch nicht mit einer größeren Band gespielt. Was ist dennoch der Reiz für euch die nächsten Sessionskünstler zu sein?

Kevin: Wir sehen uns erst am Anfang unserer Entwicklung und „Karriere“. Wir wollen und müssen viele Erfahrungen sammeln, wollen viele Menschen kennenlernen, Beziehungen entstehen lassen und pflegen und vor allem neue Fans und Supporter finden. Als Sessionkünstler lernen wir mit „Fremden“ an unseren Songs zu arbeiten und erhalten eine neue Perspektive auf die eigenen Werke. Zudem ist es für uns eine neue Erfahrung als „vollwertige“ Band auf der Bühne zu stehen. Das alles ist mehr als genug Anreiz für uns Foxhead zu sein!

 

Kim, du gehst zur Schule und Kevin, du arbeitest Vollzeit im Steuerbüro. Wie oft kommt ihr effektiv dazu Musik zu machen? Bildet ihr euch nebenbei noch weiter? Nehmt ihr auch Unterricht?

Kevin: Also ich habe bis vor einem Monat noch meinen Bachelor gemacht. Aber jetzt bin ich froh nur noch zu arbeiten, da ich endlich Freizeit habe, die ich in die Musik stecken kann. Wir haben keine festen Probetage, aber dadurch dass wir nur zu zweit sind geht auch alles viel schneller und da jeder bei sich zuhause an der Musik arbeitet, sind die Proben immer sehr effektiv. Gesangsunterricht nehme ich nicht.

Kim: Außer der Schule gebe ich nur Gitarrenunterricht und bin auch sonst musikalisch unterwegs.

 

Was macht für euch den Reiz aus irgendwann von der Musik leben zu können?

Kevin: Die Erfüllung eines Lebenstraums. Endlich jeden Tag das machen zu können was man liebt und letztendlich auch das Gefühl, damit seine Daseinsberechtigung auf dieser Welt gefunden zu haben. Es klingt kitschig und man hört es ja auch von jedem Musiker, aber es ist auch immer ein Funke Wahrheit dran.

 

Unterstützen eure Familien und euer generelles Umfeld euch bei eurem Vorhaben?

Kevin: Jeden Moment und in jeder Situation.

Kim: Kann ich so unterschreiben!

 

Um eure zweite EP produzieren zu können, musstet ihr viel Geld sparen. Wie hart ist es so diszipliniert zu sein und kommt man nicht in die Versuchung das hart erarbeitete Geld doch lieber für den Urlaub oder ein Auto auszugeben?

Kevin: Das ist ganz leicht. Wir sperren das Geld immer sofort weg. Es gibt auch nie die Möglichkeit „mal eben dran zu gehen“. Wir beide haben ein klares Ziel und dafür benötigen wir eben Geld. Früher haben wir noch jeden Euro aus eigener Tasche gezahlt, aber mittlerweile sind wir froh oftmals kostendeckend arbeiten zu können. Wenn wir das Geld der Band privat ausgeben, müssen wir eben die nächsten Bandausgaben wieder aus eigener Tasche bezahlen, so einfach.

 

Wie finanziert ihr die Tour? Habt ihr dafür auch gespart?

Kevin: Ja, wir haben alles gespart für die Tour. Um Kosten zu senken, haben wir keine Hotels gebucht sondern Couchsurfing gemacht. Also kostenlos und privat bei Fremden geschlafen. Das war der schönste Nebeneffekt der Tour, da wir somit viele coole neue Leute und Fans kennengelernt haben und nie das Gefühl hatten „fremd“ in einer Stadt zu sein. Zusätzlich machen wir vor den Gigs immer noch Straßenmusik. Mit den paar Euros können wir Essen und Benzin zahlen und gleichzeitig Werbung für unseren Gig machen. Es ist zwar viel Arbeit aber mindestens genauso viel Spaß.

 

Wonach habt ihr die Locations für die Tour ausgewählt? Gab es ein Kriterium oder spielt die Location im Endeffekt keine Rolle?

Kevin: An sich spielt die keine Rolle. Wir sind immer froh in neuen Städten zu spielen. Natürlich ist die Lage wichtig und ob da öfter Bands spielen, am liebsten auch coole Bands. Aber wir sind einfach froh, wenn wir etwas Fuß fassen können.

 Kim: Ein kleiner Trick um auch in fremden Städten coole Locations zu finden, ist auch einfach mal zu schauen wo andere Bands aus deinem Umkreis spielen, um die ersten Schritte raus aus der Region zu machen. Das ist immer ein guter Start, wenn man nicht weiß wie und wo man anfangen soll.

 

Ihr sagt von euch selbst, ihr wäret kein Singer/Songwriter Duo. Was stört euch an dem Ausdruck?

Kim: Wir wollten uns von Anfang von diesem typischen Singer/Songwriter Klischee fernhalten. Heißt: wir wollen nicht auf Hockern unsere Gigs spielen und einen Schmusesong nach dem anderen zum Besten geben. Das fühlt sich für uns einfach nicht richtig an. Wir wollen uns bewegen, tanzen und die Zuschauer damit mitreißen und dementsprechend klingen auch unsere Songs.

 

Wie sieht euer Songwriting aus? Woher nehmt ihr die Inspiration? Wer hat welche Ideen? Ist Kim für die Musik zuständig und Kevin für den Text oder ist das immer unterschiedlich?

Kim: Die Songs entstehen mal so mal so. Es kommt vor, dass ich mit fertigen Gitarrenarrangements im Proberaum erscheine oder Kevin eine klasse Hookline im Kopf hat auf die wir dann aufbauen. Und manchmal jammen wir einfach drauf los, was eigentlich immer noch meine Lieblingsmethode ist.

 

In euren Liedern sind mir Textzeilen begegnet wie z. B. „I feel like puking and taking a shit“. Letzteres wird dann noch Mal wiederholt. Ich weiß nicht, wie viele Leute diese Zeile im Eifer des Gefechts bemerken aber hattet ihr jemals Sorge, dass man euch nicht ernst nehmen könnte eben wegen solcher Passagen? Oder nehmen euch Leute ernst gerade weil ihr nicht davor zurückscheut so etwas zu verbalisieren?

Kevin: Es geht hier ums Polarisieren. Man muss auffallen, etwas sagen oder schreiben was sich nicht jeder traut und was in Erinnerung bleibt. Da hilft es eben vom Kotzen und Scheißen zu sprechen. Zum Beispiel über das Gefühl wenn man ein unwohles Bauchgefühl hat und sich der Magen umdreht wenn man auch nur an diese eine Person denkt. Das ist hier eben sehr krass verdeutlicht. Aber es ist wirklich so, dass wir bisher noch nie darauf angesprochen worden sind. Bravo an dich!

 

Echt? Unfassbar. Das ist ehrlich gesagt das erste was mir an euch aufgefallen ist.

 

Gibt es einen Ort, an dem ihr mal gerne spielen würdet? Ein besonderes Festival oder eine Venue?

Kim: Mein kleiner Traum wäre ja die Royal-Albert Hall.

 

Was kommt nach Foxhead? Wie sieht der Plan aus für Lights Out?

Kevin: Videodreh, Tour, Tour, Tour in Bayern und Ost-Deutschland, Tour nach Manchester, Neue Platte im Herbst/Winter aufnehmen – der ewige Kreislauf.

 

Und schnell noch unser Speedinterview:

Blau oder Weiß?

Kevin: Weiß

Kim: Weiß

 

Bester Burgerladen?

Kevin: Burgeria in Aachen, sonst Burger King.

Kim: Burgeria Aachen, ohne wenn und aber!!

 

Ihr kriegt 1 Million Euro geschenkt. Was macht ihr damit?

Kevin: Leute dafür bezahlen, dass wir famous werden. <lacht>

Kim: Die Kohle vor dem Staat verheimlichen.

 

Ein paar Schlagwörter:

Arctic Monkeys:

Kevin: Wurzeln. Bet you look good on the Dancefloor. 2007.

Kim: Die werden in der Eifel sogar auf Karnevalspartys gespielt!

 

Facebook:

Kevin: Notwendiges Übel

Kim: Blau

 

Mode:

Kevin: Wichtig. Macht Spaß. Hipster.

Kim: Sollte ich mir mal mehr Mühe mit geben.

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